„Erstellen Sie auf http://wordpress.com einen eigenen Blog. Auf YouTube gibt es wiederum auch die Möglichkeit, Trainingsvideos (engl.) anzuschauen, wo erklärt wird, wie man einen neuen Blog erstellt:

 

– So zu lesen im IKT-Handout Personal Learning Enviroment / PLE.

Als brave IKT-Studentin machte ich mich natürlich sofort daran, mir dieses Lernvideo anzusehen.

Das Pikante an diesem Video des ausgesprochen begeisterteten, singenden, pfeifenden und mit Superlativen um sich werfenden Bloggers Chris Abraham  ist allerdings, dass er im Laufe des immerhin 45:30 Minuten dauernden Filmchens nicht eben kleine Probleme bekommt, ein Video in seinen Blog hochzuladen. Die letzten Minuten dieses geradezu nervenaufreibenden Lernvideos verfolgt man also atemlos Abrahams immer hektischer werdenden Versuche, den Grund des Misslingens herauszufinden.  (Und wer die Ästhetik des Scheiterns nicht schon an sich zu würdigen weiss, wird immerhin insofern von Abraham besänftigt und milde gestimmt, als er uns darüber unterrichtet,  seine Zuschauer ja ‚for free‘ in die Kunst des Bloggens zu unterweisen.) 

Warum es sich meiner Meinung nach trotz dieser Video-Hochlade-Problemchen lohnt, dieses Video in seiner vollen Länge anzusehen?

Darum:

  • Weil man in enthusiastischem O-Ton eingehämmert bekommt, wie cool und funky der blog-stuff ist.
  •  Weil man ganz nebenbei erfährt, dass die Aufmachung und Positionierung seiner in die Wolke gestellten Mitteilung (so Meinungs-frei und inhaltsleer sie auch sein mag ???) schon mindestens die halbe Miete ist.
  • Weil man nicht nur darin unterwiesen wird, wie man einen supercoolen Blog mit allen multimedialen Rafinessen erstellt, sondern auch, wie man aus (vorerst?) unerfindlichen Gründen plötzlich darin zu scheitern droht.

Angesichts der Tatsache, dass dieses Video ein Lernvideo ist – oder zumindest ein Lehrvideo  – , also mit Unterricht zu tun hat und sich in seiner Länge anstandslos in die noch immer gängige 45-Minuten Taktung desselben fügt, kommt man wohl nicht umhin, auch hier ein eindrückliches Beispiel für das Lernen aus Fehlern und die Unwägbarkeiten des Unterrichts zu sehen. – Auch wenn man selbst vielleicht nicht vorhat, ‚for free‘ als Lehrperson zu scheitern. Der eine oder andere Schüler, die eine oder andere Schülerin wird den zu erfüllenden Lernschritt ja trotzdem hinkriegen … Und sei es allein des Punktedrucks wegen.

 

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